IST POLITIK LANGWEILIG UND TROCKEN?

Was machen Politiker eigentlich den ganzen Tag?

Und vertreten sie überhaupt die Interessen der Jugendlichen?

Am besten fragt man selber nach. – Und genau das haben wir auch getan. Eine Woche lang waren wir im Landtag in Hannover für eine Hospitation bei Ottmar von Holtz, einem Landtagsabgeordneten der Grünen. Ottmar von Holtz war uns allerdings gar nicht mehr fremd, weil wir ihn bereits bei seiner Aufstellung auf den 6. Listenplatz für die Bundestagswahl auf der Landesdelegiertenkonferenz der Grünen kennen gelernt hatten.

Innerhalb von Bündnis 90/ die Grünen gibt es zwei Positionen: die "Realos" und den linken Flügel. Ottmar von Holtz selbst schätzt sich als "Realo" ein. Mussten wir uns also auf stumpfen Papierkram und langweilige Diskussionen über Finanzen gefasst machen? Nein.

Unsere Hospitation begann ganz unkonventionell an einem Freitag. Grund dafür war, dass an diesem Freitag eine Plenarsitzung des Niedersächsischen Landtags im Terminkalender der Landtagsabgeordneten stand. Das heißt, dass alle Fraktionen bzw. die Abgeordneten aller Fraktionen im Landtag zusammenkommen und über aktuelle Anträge diskutieren und sie entweder beschließen oder ablehnen. Dabei kann ein Antrag mit Fragen und Diskussion bis zu eine Stunde lang bearbeitet werden. Wir Hospitantinnen durften dabei auf den Logenplätzen des Landtags Platz nehmen. Anschließend durften wir am Rednerpult fotografieren und uns dahinter stellen, um den Blick auf den Saal einmal selbst aus der Perspektive des Redners zu erleben.

Unsere Hospitation fand größtenteils in Hannover und Hildesheim statt, aber am Dienstag waren wir für einen Tag in Vechta, um dort mit Herrn von Holtz die Universität zu besuchen und den neuen Präsidenten der Universität kennen zu lernen. Nach Vechta fuhren wir mit einem Leihwagen. Herr von Holtz  hat der Umwelt wegen kein eigenes Auto.

An den anderen drei Tagen besuchten wir verschiedenen Ausschuss-  und Fraktionssitzungen.  Unter anderem waren wir auch im Petitionsausschuss und lernten, wie man selbst eine startet. Ich denke, vor allem lernten wir, wie wichtig Kommunikation in der Politik ist und was es heißt, im Team zu arbeiten. Eine Politik, wie sie in Deutschland geführt wird, funktioniert nur, wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt und alle Seiten miteinander im Gespräch bleiben.

Heißt das, dass wir alle Politiker sein müssen? Nein, aber wir alle sind unsere Politik. Das lernten wir vor allem im Petitionsausschuss. Alles, was uns beschäftigt, beschäftigt auch die Politik. Die Arbeit eines Landtagsabgeordneten ist wichtig, aber auch wir sollten unseren Teil zur Politik beitragen, denn wir sind das Deutschland von morgen.

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© Text & Foto: Nieswiec, Werner